Comeniustreffen im Luxemburger Diekirch

In der ersten Märzwoche reiste eine kleine Gruppe Gubener Schüler und Lehrer der Europaschule nach Diekirch zum gemeinsamen Comeniustreffen. Hier nahmen alle bereits bekannten Partner an einer Geschichtsprojektwoche zum 2.Weltkrieg teil.

Neben dem Kennenlernen der Luxemburger Schule, der Gastfamilien, der verschiedenen Lehrer und Schüler war diese Reise eine „Reise in die Vergangenheit". Der Besuch des Diekircher Kriegsmuseums sollte uns darauf einstimmen. So erfuhren wir in einer sehr authentischen Ausstellung von der Lage der Luxemburger während des 2. Weltkrieges und der Befreiung durch die Amerikaner. Der Besuch eines Zeitzeugens in der Schule, eines 86 Jahre alten Luxemburgers, beeindruckte uns sehr, denn seine Jugend war bestimmt von der Naziherrschaft und von der Angst um seine Familie.
Am Mittwoch stand alles unter dem Zeichen des Westwalls. Wir besuchten zuerst einen deutschen Bunker, jetzt ein Mahnmal gegen den Krieg. In Belgien faszinierte uns danach bei Bastogne ein riesiges Monument für die amerikanischen Befreier. Weiter ging es mit dem Bus zum französischen Fort Fermont. Dies ist eine von vielen unterirdischen Verteidigungsanlagen aus dem zweiten Weltkrieg mit ca. 60km Tunnelsystem, in dem die einstige Transportbahn für Munition nun die Touristen 30m unter der Erde durch die Anlage befördert.
Am nächsten Tag wurden unsere Eindrücke noch vertieft, als ein zweiter Zeitzeuge von seinen Erlebnissen im Arbeitslager und später aus dem KZ berichtete. Er wurde während des erzwungenen deutschen Arbeitsdienstes als Luxemburger wegen Meuterei aus einem Arbeitslager in Polen (Schulzenhein- Mieczylawowo) zu Fuß nach Sachsenhausen und später auf Transport nach Mauthausen (Österreich) geschickt, „einem Leidensweg im Verein mit Tausenden und Abertausenden von Mithäftlingen aller Nationen und Bekenntnisse", auf dem die Hälfte der Häftlinge starb. Jean Majerus war der einzige Luxemburger, der den „Weg von Blut und Tränen" überlebte. Heute sind seine körperlichen Wunden geheilt, es gibt jedoch keinen Tag, an dem er sich nicht schmerzvoll erinnert. Er appellierte besonders an die jungen Leute unter uns, nie wieder einen Krieg zuzulassen.
Zurück in unserer Heimat haben wir viel zu erzählen von schönen und beeindruckenden Erlebnissen. Dafür danken wir unseren Gastgebern!
Im Mai startet die nächste Delegation der Europaschule nach Frankreich. Dort wird das 200-jährige Schuljubiläum unserer Partnerschule in Gray gefeiert. Wieder wartet Geschichte auf uns!